Carolin Enzingmüller und Willi Scholz übernehmen leitende Rollen in neuem Leibniz-Forschungsnetzwerk
Neues Leibniz-Forschungsnetzwerk stärkt evidenzbasierte Wissenschaftskommunikation
Das neue Leibniz-Forschungsnetzwerk „Evidenzbasierte Wissenschaftskommunikation“ will der Fragmentierung des Forschungsfelds entgegenwirken, indem es Theorie und Praxis stärker miteinander vernetzt. Ziel ist es, Mechanismen und Wirkungen besser zu verstehen und die Qualität der Wissenschaftskommunikation zu steigern.
Das Präsidium der Leibniz-Gemeinschaft hat die Einrichtung eines neuen Leibniz-Forschungsnetzwerks „Evidenzbasierte Wissenschaftskommunikation“ beschlossen. Das Netzwerk wird die Leibniz‐Gemeinschaft strategisch als Akteurin in der Wissenschaftskommunikationsforschung positionieren. Es greift damit zentrale forschungspolitische Empfehlungen auf, die auf die Fragmentierung des Forschungsfeldes sowie die Notwendigkeit interdisziplinärer Netzwerke, kooperativer Austauschformate und gemeinsamer Forschungsanstrengungen hinweisen.
Martina Brockmeier, Präsidentin der Leibniz-Gemeinschaft, betont: „Nur wenn wir die Mechanismen und Wirkungen von Wissenschaftskommunikation systematisch untersuchen, können wir ihre Qualität gezielt verbessern. Das neue Leibniz-Forschungsnetzwerk bündelt hierfür Kompetenzen aus Forschung und Praxis. Damit stärkt die Leibniz-Gemeinschaft ihre Rolle als Impulsgeberin im gesellschaftlichen Dialog und leistet einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung.“
Im Spannungsfeld der vielfältigen Herausforderungen für die Wissenschaftskommunikation
Das Leibniz-Forschungsnetzwerk sieht seine Aufgabe im Spannungsfeld der vielfältigen Herausforderungen für die Wissenschaftskommunikation: Der zunehmenden Spezialisierung wissenschaftlicher Inhalte steht der Anspruch gegenüber, diese verständlich und zugleich korrekt zu vermitteln. Dies findet dabei angesichts vielfältiger Zielgruppen mit teils unterschiedlichen Interessen und einem zunehmenden Einfluss von Fehlinformationen, gesellschaftlicher Polarisierung sowie einem wachsenden Bedürfnis nach vertrauenswürdiger Kommunikation statt.
Der Ansatz des Leibniz-Forschungsnetzwerks ist dabei nicht nur theoretisch ausgerichtet: Es versteht sich als strukturierter, dialogorientierter Raum, in dem Wissenschaft und Kommunikationspraxis ihre jeweiligen Expertisen einbringen und sich vernetzen können. So soll auch die oft bemängelte Silobildung zwischen Wissenschaftskommunikationsforschung und -praxis überwunden werden.
Über das Leibniz-Forschungsnetzwerk „Evidenzbasierte Wissenschaftskommunikation“
Das Leibniz-Forschungsnetzwerk „Evidenzbasierte Wissenschaftskommunikation“ wird ab Juni 2025 für drei Jahre eingerichtet. Es verbindet Projektpartner von 14 Leibniz-Einrichtungen aus allen fünf wissenschaftlichen Sektionen der Leibniz-Gemeinschaft und wird gemeinsam von KielSCN-Mitglied Carolin Enzingmüller vom IPN sowie Lorenz Kampschulte vom Deutschen Museum in München, einem der acht Leibniz-Forschungsmuseen, geleitet. Willi Scholz, ebenfalls KielSCN und IPN, übernimmt die operative Koordination. In das Netzwerk fließen unter anderem die Perspektiven aus der Bildungsforschung, der Psychologie und der angewandten musealen Vermittlungsforschung ein.
