
Von Darwin inspiriert: Evolutionsforschung entdecken und verstehen
Am Freitag, 5. Dezember 2026, fand im Audimax der Kieler Universität erneut der Darwintag statt. Bei vier Vorträgen rund um das Thema „Evolution & Lifestyle“ erhielten Oberstufen-Schüler*innen von mehr als 20 Schulen aus ganz Schleswig-Holstein einen realitätsnahen Einblick in die Evolutionsforschung und das universitäre Umfeld. Auch erfuhren sie mehr über Forschungsprozesse und kamen direkt mit den Forschenden ins Gespräch.
Bereits seit 2009 richten das Zoologischen Museum Kiel und Kiel Evolution Center diese besondere Veranstaltung für Jugendliche aus. Das KielSCN war zum ersten Mal Teil des Organisations-Teams und setzte dabei auch zusätzliche Impulse. So integrierte es Aspekte visueller Wissenschaftskommunikation, um die Rolle von Design in der Vermittlung komplexer Inhalte sichtbar zu machen. Außerdem führte KielSCN-Mitglied Charlotte Härtel eine Evaluation des Darwintags durch.

Evaluation des Darwintags 2026
Bei der Befragung bezog Charlotte Härtel bewusst alle zentralen Zielgruppen ein, um ein möglichst vollständiges Bild der Veranstaltung zu erhalten. Schüler*innen, Lehrkräfte und Vortragende gelangten vor Ort über einen QR-Code zu kurzen anonymen Umfragen. Geschlossene Fragen, darunter Bewertungen auf einer 5-stufigen Likert-Skala, ermöglichten eine strukturierte Erfassung der Meinungen. Offene Fragen boten Raum für persönliche Eindrücke und lieferten wertvolle qualitative Einblicke. Ergänzend konnten die Schüler*innen im Foyer des Audimax auf einer Feedbackwand Gedanken hinterlassen oder sich auf einem Stimmungsbarometer positionieren.
Die Umfrage unter den Schüler*innen hatte eine Rücklaufquote von 47 %. Sie gaben unter anderem Rückmeldung zu Verständlichkeit, Dauer und Anzahl der Vorträge, zur Möglichkeit, Fragen zu stellen und zu neuen Einblicken in die wissenschaftliche Arbeitsweise sowie zu persönlichen Eindrücken. Bei den Lehrkräften lag die Rücklaufquote bei 89 %. Sie wurden zu ihren Beweggründen für die Anmeldung, zum Aufbau und Umfang des Programms, zu besonders gelungenen Elementen und zur möglichen Einbindung der behandelten Themen in den Unterricht befragt. Die Vortragenden bewerteten Ablauf und organisatorische Rahmenbedingungen, die Interaktion mit den Schüler*innen sowie die wahrgenommene Wertschätzung ihrer Beiträge. Außerdem konnten sie Verbesserungsvorschläge für zukünftige Veranstaltungen einbringen.
Ergänzend zur Befragung am Veranstaltungstag fanden im Anschluss vertiefende Nachbefragungen in vier Schulklassen aus drei unterschiedlichen Schulen statt. So konnten Eindrücke mit zeitlichem Abstand reflektiert und gezielt Empfehlungen aus Sicht der Schüler*innen eingeholt werden. Die Ergebnisse ergänzen die standardisierte Umfrage um zusätzliche qualitative Perspektiven und sind in die Auswertung eingeflossen.

Das Feedback der Schüler*innen
Die Schüler*innen bewerteten den Darwintag insgesamt sehr positiv. Sie vergaben im Durchschnitt die Schulnote 2. Rund 80 % der Schüler*innen möchten die Veranstaltung gerne erneut besuchen.
Verständlichkeit und Interesse
Die Inhalte des Darwintags nahmen die Jugendlichen überwiegend als verständlich und spannend wahr. Dauer und Anzahl der Vorträge bewerteten sie als passenden Rahmen für die Veranstaltung. Rund 80 % gaben an, neue Einblicke in die Arbeitsweise von Wissenschaftler*innen erhalten und ihr Wissen durch die Forschungseinblicke erweitert zu haben.
„Großartige Inhalte in den Vorträgen! Anschaulich und spannend erklärt, toll strukturierter Ablauf! Nicht zu viel und auch nicht zu wenig.“
Schüler*in, Gemeinschaftsschule Jahrgangsstufe 12
Austausch und Begegnung mit Forschenden
Besonders schätzten die jungen Menschen die Möglichkeit zum Fragenstellen und den direkten Austausch mit den Vortragenden. Sie erlebten diese als nahbar, jung und sympathisch. Besonders positiv empfanden sie die Sichtbarkeit weiblicher Wissenschaftlerinnen.
„Sehr sympathische Wissenschaftler*in. Sie haben sehr gut erklärt.“
Schüler*in, Gymnasium Jahrgangsstufe 11
„Ich fand es sehr angenehm, dass es jüngere Personen und auch Frauen waren. Auch dass gegendert wurde war sehr positiv.“
Schüler*in, Gemeinschaftsschule Jahrgangsstufe 13
Interaktive Gestaltung
Insgesamt kamen interaktive und humorvolle Präsentationen besonders gut an. Gleichzeitig wurde aber auch der Wunsch nach noch mehr Beteiligung deutlich. So lautete ein Impuls auf der Feedbackwand:
„Mehr Interaktionen mit dem Publikum!“
Kombination von Forschung und Design
Die Befragung zeigte auch differenziertere Perspektiven. So bewerteten die Schüler*innen den Tandem-Vortrag aus Forschung und Design überwiegend positiv. Rund 60 % der Schüler*innen fanden ihn interessant oder sehr interessant, etwa 27 % bewerteten ihn neutral und knapp 15 % eher uninteressant. Dabei könnten sich unterschiedliche Interessensprofile abzeichnen: Wissenschaftliche Inhalte eröffnen einen eher analytischen Zugang, während Design-Aspekte kreative Zugänge für die Schüler*innen ermöglichen.
„Wissenschaft sollte über Design für alle zugänglich sein.“
Feedbackwand im Foyer
Kritik und Anregungen
Einige Schüler*innen äußerten Kritik am Einsatz von KI. Die betraf insbesondere die Erstellung von Bildern, welche teilweise als zu künstlich empfunden wurden. Weitere Anregungen bezogen sich auf mehr interaktive Elemente und Mitmach-Formate sowie auf eine stärkere Verknüpfung der Inhalte mit der Lebenswelt der Jugendlichen.
„Anknüpfpunkte an unser wirkliches (aktuelles) Leben gewünscht“
Schüler*in, Gymnasium Jahrgangsstufe 11




Was die Lehrkräfte sagen
Auch die Lehrkräfte bewerteten den Darwintag durchschnittlich mit der Note 2. Sie empfanden sowohl den Umfang als auch die Anzahl der Vorträge als „genau richtig“. Besonders hoben sie hervor, wie wertvoll es war, dass die Schüler*innen die Universität als Lern- und Forschungsort kennenlernen und wissenschaftliche Arbeit aus erster Hand erleben konnten. Die Kombination aus fachlichen Inhalten, persönlichen Einblicken und direktem Austausch nahmen sie als äußerst gewinnbringend wahr. Für zukünftige Darwintage äußerten die Lehrkräfte den Wunsch nach noch mehr Interaktivität und einer altersgerechten Sprache. Außerdem wünschten sie sich eine stärkere Verknüpfung der Inhalte mit dem aktuellen Lehrplan, um das Erlebnis für die Schüler*innen besser in den Unterricht integrieren zu können.
Rückmeldung der Vortragenden
Die Vortragenden fühlten sich insgesamt gut über Ablauf und organisatorische Rahmenbedingungen informiert. Sie hatten überwiegend den Eindruck, dass die Schüler*innen ihren Vorträgen gut folgen konnten und ausreichend Raum für Fragen sowie Diskussionen bestand. Insgesamt bewerteten sie ihre Teilnahme am Darwintag als ein positives Erlebnis. Zwei Vortragende äußerten zudem den Wunsch, künftig wieder mitzuwirken. Eine weitere Anregung war es, die Vorträge zusätzlich über einen Stream bereitzustellen, um auch weiter entfernten Schulen die Teilnahme zu ermöglichen.
Fazit der Evaluation und Ausblick
Die Evaluation zeichnet insgesamt ein sehr positives Bild des Darwintags und deutet darauf hin, dass das Format wichtige Ziele erreicht. Hierunter fallen insbesondere die verständliche Vermittlung der Evolutionsforschung und die Möglichkeit, Einblicke in aktuelle Forschungspraxis zu erhalten. Besonders der direkte Austausch mit den Forschenden sowie die verständliche Vermittlung komplexer Inhalte wurden geschätzt. Gleichzeitig wird deutlich, dass interaktive Formate, ein stärkerer Lebensweltbezug und eine engere Verzahnung mit dem Unterricht weitere Potenziale bieten. Das erstmals eingeführte Designelement im Tandemvortrag nahmen die Teilnehmenden überwiegend positiv auf, auch wenn einige Schüler*innen hier eher neutral reagierten. Dies zeigt, dass unterschiedliche Interessen und Zugänge eine Rolle spielen können. Bei künftigen Veranstaltungen dieser Art möchten wir diese Beobachtungen gerne im Blick behalten.
Wir danken allen Schüler*innen, Lehrkräften und Mitwirkenden für ihr Engagement!
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- Erfolgreiche Neuauflage des Darwintags mit rund 700 jugendlichen Teilnehmenden
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